3 Tage Heilfasten | meine Erfahrung

FASTEN – TIPPS UND MEINE ERFAHRUNG

Mir war nie klar, wie und warum man einfach auf Essen verzichten sollte (Meine Worte:„Mach ich nicht, hat doch eh keinen Sinn!“). Dass Fasten aber nicht nur „nicht essen“ bedeutet, sondern viele gesundheitliche Vorteile hat, war mir lange nicht bewusst. Ich möchte dir in diesem Beitrag die Bedeutung des Fastens näherbringen und meine Erfahrung mit dir teilen. Für meine erste Fastenerfahrung habe ich mich am Heilfasten von Buchinger orientiert, aber es gibt natürlich ganz viele verschiedene Arten und Konzepte.


WAS BEDEUTET FASTEN?

Du kannst das Fasten als eine Art Frühjahrsputz ansehen: Wir nehmen ständig Nahrung zu uns: morgens, mittags, abends, ein paar Mal zwischen durch – heißt also ganz einfach: Wir sind ständig irgendwelchen Umweltbedingungen und Schadstoffen ausgesetzt und unser Darm hält sich dabei die ganze Zeit auf Trab. Er hat nur die wenigen Nachtstunden, um sich zu erholen. Eine Fastenkur kann also helfen, dem Zentrum des Immunsystems, dem Darm, mal eine Pause zu gönnen. Er kann sich dadurch leeren und sich auf die Entgiftung konzentrieren. Aber nicht nur der Darm, sondern der gesamte Körper verändert seinen Stoffwechsel, da er keine Nahrung mehr kriegt.

In den ersten 12-24 Stunden verbraucht unser Körper die in ihm gespeicherten Reserven. Darauf beginnt er die Zellen von Defekten zu befreien und hilft der Zelle beim Neuaufbau gesunder Zellbestandteile (Autophagie-Programm). Da dem Körper nur ca. 200-300 kcal am Tag zuführt werden, gehen dabei einige Kilo verloren, das ist klar. Eine Gewichtsreduktion sollte beim Fasten jedoch nicht im Mittelpunkt stehen.


WAS IST HEILFASTEN NACH BUCHINGER?

Hauptziel beim Fasten nach Buchinger soll es sein, dem Körper und vor allem auch dem Geist etwas Gutes zu tun. Es soll einfach einen Anreiz bieten, bewusster und gesünder zu leben, sowie sich mit seinem bisherigen Lebensstil auseinanderzusetzen und Gewohnheiten, Ernährung und Bewegung zu hinterfragen.

Nun zum Ablauf: Das Programm für Zuhause beinhaltet nach Buchinger mind. 5 Fastentage wobei vorher mindestens 1-2 Entlastungstage und nachher 1-2 Aufbautage angehängt werden sollen.

Ich wollte zuerst alle 5 Tage durchhalten, mir wurde aber schnell bewusst, dass 3 Tage fürs Erste vollkommen ausreichen (vor allem wegen der ,Stayhome´ Umstände). Das ist auch mein erster Tipp an dich: Egal was du machst, ob du dir 3, 5 oder 7 Tage vornimmst, das wichtigste ist, dass du auf deinen Körper hörst und dich auf ihn verlässt, vor allem, wenn du allein Zuhause fastest.

1. ENTLASTUNGSTAGE

Hier nimmst du sogenannte „Reduktionskost“ zu dir. Die Speisen sollen leicht verdaulich und ballaststoffreich sein. Somit helfen sie dir beim Entgiften deines Körpers.

  • Obst, Gemüse
  • Reis, Kartoffeln, anderes Getreide
  • Verzicht auf Süßstoffe, Salz, Zucker, Fett, verarbeitete Lebensmittel, Kaffee
  • Viel trinken: Wasser, Tee

Ich habe nur einen Entlastungstag eingelegt. Im Nachhinein würde ich sagen war das für meinen Körper zu wenig. Was ich dir besonders empfehlen kann ist, sofern du auch so gern Kaffee trinkst, ihn unbedingt schon ein paar Tage vorher wegzulassen. Ich war müde, nervös und konnte mich nicht wirklich konzentrieren. Ich denke bei einer Entlastungsphase von 2-3 Tagen, kann sich sowohl der Körper, als auch der Geist besser auf die kommende Phase einstellen und der Druck ist nicht so hoch. Bei mir gabs am Morgen einen Hirseporridge mit gedünstetem Apfel, mittags einen gemischten Salat und abends Ofengemüse.

2. FASTENTAGE

  • Morgen: Tee
  • Mittags: Obst- Gemüsesaft
  • Abends: Gemüsebrühe (ohne Salz, eventuell Kräuter)
  • Viel trinken: verschiedene Tees, Wasser, Wasser mit Zitrone

Der erste Fastentag sollte mit einer Darmentleerung mit Hilfe eines Abführmittels oder eines Einlaufes beginnen. Es gibt hier ganz verschiedene Arten, wobei ich mich für eine natürliche entschieden habe: Ich habe 2 EL Apfelessig in 300ml warmes Wasser eingerührt und schluckweise getrunken. Beim nächsten Mal würde ich ein anderes Mittel wählen, da die Säure des Apfelessigs meinen Darm gereizt hat.

Den Obst- Gemüsesaft zu Mittag habe ich 1:3 mit Wasser vermischt und die Gemüsebrühe abends, mit Kräutern gewürzt (gar nicht mein Fall). Einen Tipp, den ich dir bei starkem Hungergefühl geben kann: einfach eine Scheibe Zitrone lutschen. Die ,Nichtveganer` hier können auch einen Teelöffel Honig einnehmen, um der Unterzuckerung entgegenzuwirken.

Eine solche Fastenkur ist nicht gerade ideal, wenn du mitten im Alltag steckst. Dein Körper brauch viel Ruhe und Entspannung. Daneben sind auch lange Spaziergänge, Yoga und Gymnastik zu empfehlen. Viel Zeit in der Natur ist auf jeden Fall ratsam und lässt dich das Hungergefühl vergessen. Ebenfalls werden Leberwickel und Basenbäder empfohlen, die ich beim nächsten Mal sicher auch miteinbeziehen werde.

3. AUFBAUTAGE

  • Leicht verdauliche Lebensmittel
  • Obst und Gemüse
  • Kohlenhydrate langsam steigern
  • Viel trinken: Tee und Wasser

Am Morgen nach einer Tasse Kräutertee und Morgenyoga, gabs dann endlich wieder Essen: einen halben Apfel und eine Kiwi. Nachmittag einen frischen Salat und abends Ofengemüse. Mein Tipp ist hier einfach auf den eigenen Körper zu hören und die Aufbautage danach zu richten. Vielleicht reicht dir einer, vielleicht braucht dein Körper etwas mehr Zeit, um sich wiedereinzustellen. Hör einfach auf dich.

Bei mir war es so, dass das Essen wieder richtig genießen konnte. Ich habe mich gefühlt als ob ich zum ersten Mal in einen Apfel beißen würde. Ein wunderschöner Moment. Tipp: Langsam essen und genießen!

WIE GING ES MIR IN DEN FASTENTAGEN?

Am ersten Tag dachte ich mir: „Ach leicht, das geht doch!“ Ich hatte bis 19 Uhr super viel Energie, hab Yoga gemacht, ein Workout, war spazieren, eigentlich alles wie immer. Ich bin es gewohnt, abends eher spät und mehr zu essen, als ich dann um 19 Uhr nur die klare Suppe „essen“ konnte, gings mir ehrlich gesagt nicht mehr wirklich gut.

Ich hatte starke Kopf- und Bauchschmerzen. Die Nacht habe ich fast gar nicht geschlafen, ich war schwach, hatte, egal wieviel ich angezogen habe, einfach immer zu kalt und mein ganzer Körper tat weh. Das war auch der Moment, an dem ich beschlossen habe, nicht 5, sondern nur 3 Tage zu fasten.

Am Morgen des zweiten Tages war ich kurz davor aufzugeben, aber ab 10 Uhr war alles wieder weg. Ich musste mich nach einer halben Stunde Yoga aber wieder 2-3 Stunden hinlegen. Ich war einfach müde, ich spürte wie meinem Körper die Energie fehlte. Die Hungergefühle waren nach dem Saft am Nachmittag zum Glück gestillt und ich war 2 Stunden draußen spazieren.

Die zweite als auch dritte Nacht schlief ich unruhig aber ohne Schmerzen. Ansonsten gings mir am dritten Tag wesentlich besser, ich war den Ablauf nun etwas gewohnt und mein Körper hatte sich eingestellt. Aber die Vorfreude auf das Frühstück den Tag danach war zu groß, um noch weiter zu machen.

Fazit

Ich muss sagen, auch wenn ich nur 3 Tage gefastet habe, kann ich sowohl körperlich als auch geistig eine Veränderung wahrnehmen. Die ganzen Energieschübe, von denen viele Fastende erzählen, habe ich während des Fastens aber leider nicht erlebt. Ich glaube dazu wäre eine längere Fastenphase notwendig. Was ich aber bestätigen kann ist das einzigartige Körpergefühl das man danach hat. Mein Körper hat sich wie neu angefühlt, sauber, ich kanns gar nicht in Worte fassen. Zudem hat sich auch mein Geschmackssinn verstärkt. Jeder Bissen den ich seitdem mache, schmeckt intensiver, einfach besser.

Yoga, Meditation und Ruhe haben meinem Körper und meinem Geist endlich mal erlaubt abzuschalten und wieder zu sich zu finden. Vor allem ist mir aber klar geworden, wie wichtig gesunde Ernährung für meinen Körper ist und wieviel Energie, dass sie mir gibt. Ich hatte vor dem Fasten den Bezug zur Nahrung und zu meinem Körper etwas verloren. Der ist jetzt auf jeden Fall wieder da und auch die Freude am Kochen habe ich wiedergefunden. Mir ist wieder bewusst, wie unendlich dankbar wir sein können, dass uns die Natur mit all den guten und schönen Lebensmittel beschenkt!


Alexandra
Seit 2018 glücklich vegan

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.